Der Patient im Mittelpunkt

Die Telemedizin spielt eine immer bedeutendere Rolle in unserer Gesellschaft. Inwieweit und warum erklärt uns Robert Roesch, Chef de projet in der Fachabteilung CR SANTEC des CRP Henri Tudor.

Können Sie uns das Centre de Ressources SANTEC kurz vorstellen?

Können Sie uns das Centre de Ressources SANTEC kurz vorstellen?

Das CR Santec ist eine Fachabteilung des CRP Henri Tudor, der damit beauftragt ist, gewinnbringende technische Innovationen im Luxemburger Gesundheitswesen zu gestalten. Es beschäftigt 50 Ingenieure und Gesundheitswissenschaftler, von denen viele über eine Bildung in Informationstechnologien und Biomedizintechnik verfügen. Wir haben zwei Arbeitsgruppen. Claude Pupper leitet die eine, « Advanced Health Informatics », und ich die zweite, «Biomedical Engineering and Public Health ». Wir haben die englische Sprache gewählt, weil die Mitglieder unseres internationalen Teams nicht nur aus den Nachbarländern sondern auch aus Südamerika stammen. Die Innovation im Gesundheitswesen dient dem öffentlichen Interesse, da die Gesundheitskosten bekanntermaßen merklich steigen. Chronische Erkrankungen nehmen gewaltig zu, und die Bevölkerung wird immer älter. Das Gesundheitswesen wird dadurch stark herausgefordert und es ist uns ein ständiges Anliegen, durch die ICT sowie durch die Umgestaltung von Arbeitsabläufen dazu beizutragen, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens und den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu steigern.

Welche Rolle spielt dabei die Telemedizin?

Die hat eben ihren Stellenwert. Wir versuchen es, Arbeitsabläufe im Gesundheitswesen durch ICT zu unterstützen. Ihr Einzug hat sich mittlerweile in unserer Branche gehalten. Dazu gehört, dass man den Patienten in den Mittelpunkt stellt. Anders gesagt, es geht darum, die Dienstleistungen um den Patienten herum zu optimieren, und zwar einerseits, die Qualität der Versorgung zu verbessern, aber auch andererseits, die Gesundheitskosten nicht durch Doppeluntersuchungen oder ähnliche Vorgehn zu erhöhen. So kann zum Beispiel die Strahlendosis herabgesetzt werden. Wichtig ist, dass der Patient immer mehr in die Versorgungskette einbezogen wird. Datenaustausch spielt hier eine wesentliche Rolle, nämlich zwischen ambulanten Behandlungen, Krankenhäusern und, natürlich, Ärzten. Nennen wir ein klassisches Beispiel : gewisse Behandlungen finden nur im Ausland statt, so dass der Patient für spezielle Behandlungen nach Brüssel, Trier oder Nancy geschickt wird, wo dort Daten erstellt werden, die miteinander lesbar sein können müssen. Das ist ein wesentlicher Punkt unserer Arbeit.
Wir sind gerade dabei, eine neue Phase zu erreichen, in der Patienten aktiv mitspielen, d. h. die Daten selbst mit den unterschiedlichen Gesundheitsakteuren austauschen. So können sie von zu Hause regelmäßig nachbehandelt oder unterstützt werden und dazu brauchen sie nicht zum Arzt oder ins Krankenhaus zu gehen. Diese Methode bringt mehr Sicherheit, ist praktisch und erspart Kosten. Natürlich ist sie nur in bestimmten Fällen möglich. Krankenhäuser werden von dieser so genannten « Trivialversorgung » entlastet. Bis jetzt sind wir noch am Stand der « klassischen Telemedizin », d. h. des Datenaustausches zwischen den Gesundheitsinstitutionen oder zwischen Ärzten und den Gesundheitsinstitutionen.
PhR

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