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 “Auf den richtigen Mix wird es ankommen”


Zugleich Rohstoff, erneuerbarer Energieträger und CO2 Reservoir, ist Holz unstrittig ein kostbares Gut. Es stellt sich nur die Frage wie man mit dieser Energiequelle umgeht. Mehr über dem Thema mit Daniel Koster, Senior R&D Engineer Environmental Engineering bei dem Centre de Ressources des Technologies pour l’Environnement.

Ein Drittel der Fläche von Luxemburg ist von Wäldern bedeckt. Ist das Holz die beste erneuerbare Energiequelle hier zulande?

Die Beste kann man sicherlich nicht sagen. Wir werden auch in Zukunft nicht die eine und die beste Energiequelle finden. Es kommt halt darauf an, dass wir für die Zukunft den richtigen Mix aus verschiedenen erneuerbaren Ressourcen finden. Es handelt sich dabei vorwiegend um Windenergie, Sonnenenergie aber natürlich auch um die Biomasse. Unter Biomasse versteht man Materialen tierischen und pflanzlichen Ursprungs und deren energetische Nutzung z.B. als Biogas oder in Form einer Holzheizung. Die Biomasse wird meiner Meinung nach mittelfristig das grösste Potential in Luxemburg aufweisen. Wenn man sich die Potentialstudien ansieht, wie z.B die LuxRes Studie, die das Frauenhofer Institut ISI mit Begleitung von myenergy begleitet erarbeitet hat, stellt man fest, dass ein grosser Anteil der erneuerbaren Energien dem festen biogenen Energieträger Holz zukommt. Holz spielt also für die Biomassenutzung in Luxemburg eine grosse Rolle.

Vom Anteil her ist die Bedeckung Luxemburgs mit Wald vergleichbar mit anderen EU-Ländern. Dies gilt auch für die Aufteilung: ungefähr 55% der Waldfläche liegt im Privatbesitz. Die restlichen 45% gehören überwiegend den Gemeinden, aber auch dem Staat während ein sehr kleiner Anteil im Besitz öffentlicher Einrichtungen ist. Natürlich liegt die Nutzung des Privatwaldes in der Hand der privaten Besitzer.
Das Problem liegt eben daran: die Privatwälder haben mit den Jahren für ihren Besitzer an Bedeutung verloren, einerseits weil sie nicht mehr auf ihren Wald angewiesen sind, andererseits weil die Waldstücke oftmals durch Vererbung zersplittert worden sind und eine Bewirtschaftung dadurch unwirtschaftlich geworden ist.

Wie auch immer, wenn wir zukünftig viel Energie aus Holz gewinnen wollen, müssen wir auf beiden Schienen arbeiten. Das eine ist eben diese 55% Privatwaldbesitz zu mobilisieren, wo wir uns einfallen lassen müssen wie wir das machen können.
Aber der öffentliche Wald muss auch seinen Beitrag leisten.

Und welche Rolle spielen die Gemeinden in diesem Zusammenhang?

Was die Gemeinden betrifft, liegt es bei ihnen was sie mit ihrem Holz machen. Im Prinzip sollte das Ziel zukünftig nicht sein, nur Energieholz zu produzieren, sondern möglichst viel Stammholz zu gewinnen, das heisst hochwertiges Holz das man stofflich nutzen kann. Somit kann man viel CO2 über einen langen Zeitraum speichern und die Holzprodukte können am Ende ihres Lebenszyklus immer noch energetisch verwertet werden. Das minderwertige Holz kann als Industrieholz zur Produktion von Spanplatten oder Papier verwendet oder einer energetischen Nutzung zugeführt werden. Wichtig ist dass der Wald nicht übernutzt wird.
Die Gemeinden müssen ihr Potential bei nachhaltiger Nutzung kennen: der Wald bedeutet schliesslich auch Lebensraum für Pflanzen und Tiere, hat wichtige Funktionen in unserem Wasserkreislauf und hat eine Erholungsfunktion für den Menschen.

Kennen die Kommunen ihr Potential und haben die Möglichkeit einen Teil davon, zum Beispiel in einer Holzhackschnitzelanlage zu nutzen, so bietet dies neben den Vorteilen für den Klimaschutz auch Chancen für den Privatwald. Gemeinden und Privatwaldbesitzer können zusammenarbeiten indem die Gemeinden Modelle ausarbeiten um einen Teil des benötigten Holzes aus dem Privatwald zu beziehen. Denn der private Waldbesitzer hat nur sehr beschränkte Möglichkeiten mit kleinen Kontingenten am Markt als Anbieter aufzutreten, während die Gemeinden ihr eigenes Holz in grösseren Mengen an die Industrie anbieten können. Werden somit zusätzliche Potentiale aus dem Privatwald mobilisiert, bedeutet das auch einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Region, denn das Geld verbleibt in der Region und zudem werden Arbeitsplätze geschaffen. Dies trägt zur eine Versorgungssicherheit bei.

Zum Thema „energetische Nutzung“: uns hat ein Bürgermeister mitgeteilt, dass die erzeugte Wärme der Gemeinden den Anwohnern nicht verkauft werden darf…

Es gibt tatsächlich rechtliche Unklarheiten beim Betrieb von Wärmenetzen durch die Gemeinden, und dies ist auch der Grund warum viele Gemeinden zögern in Anlagen zu investieren. Dennoch, gibt es Gemeinden die gehandelt haben und ihre Wärmeerzeugung den Anwohnern über Nahwärmenetze verkaufen.
Zum Schluss, was wird in diesem Zusammenhang im SEMS Projekt („Sustainable Energy Management System“) an dem in Luxemburg der Kanton Redange beteiligt ist, getan?

Das SEMS Projekt zur CO2-Einsparung in Kommunen sieht vor in Luxemburg im Kanton Redange und in den beteiligten Regionen in Deutschland, Österreich und Polen hinsichtlich Energieeffizienz, Energieeinsparung und insbesondere der Integration der erneuerbaren Energien in die regionale Energieversorgung vorbildlich aktiv zu werden, um mittelfristig in den Regionen den Anteil der regenerativen Energie stark zu erhöhen. Eine der vielen, umfangreichen Massnahmen die für den Kanton Redange geplant sind, ist die Erstellung eines Masterplans für die nachhaltige, enrgetische Hoznutzung im Kanton.     PhR

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