S.I.CLER

Eine starke Gemeinschaft im Einsatz für die Zukunft
 

Besuch beim Präsidenten, Emile Eicher.

 

Geschichte

Die schleichende Landflucht, der zunehmende Verlust von Arbeitsplätzen in der Landwirtschaft, im Handwerk und im Handel sowie der Abbau staatlicher Dienststellen Ende der 70iger und Anfang der 80iger Jahre verschlechterten die Existenzbedingungen im Norden Luxemburgs. Der wachsende Druck auf die Gemeinden des Kantons Klerf veranlasste diese im Jahr 1985 den Gemeindeverbund S.I.CLER zu gründen. Die Mitgliedergemeinden sind Klerf, Consthum, Heinerscheid, Munshausen, Ulflingen, Weiswampach, Wintger, und seit 1996 auch Hosingen. Das S.I.CLER hat sich als Ziel gesetzt die Existenzbedingungen der einheimischen Bevölkerung zu verbessern. Der Erhalt und der Ausbau der bestehenden Arbeitsplätze standen im Vordergrund. Das S.I.CLER ist heutzutage aktiv in den Bereichen Wirtschaft, Kultur und Bildung, Jugend, neue Informations- und Kommunikationstechnologien sowie in der regionalen Entwicklung.

 

Wirtschaft

Ein Hauptbestandteil der Arbeit des S.I.CLER sind das Schaffen und der Ausbau von interkommunalen Gewerbe- und Industriezonen im Kanton Klerf. Aktuell bestehen 3 große Gewerbegebiete in Hosingen, Eselborn-Lentzweiler und in Ulflingen. Die 30 angesiedelten Betriebe beschäftigen, auf einer Fläche von 78 Hektar, 2.139 Mitarbeiter (Stand am 1.1.2008). Bis auf wenige Grundstücke im Gewerbegebiet Hosingen sind sämtlichen Flächen vergeben. Die vielen Anfragen zwecks Ansiedeln neuer Betriebe, haben das S.I.CLER veranlasst das Angebot an Gewerbeflächen zu erweitern.

Durch den „Guichet unique PME“ bietet das S.I.CLER den regionalen Betrieben fachliche Kompetenz im Bereich der individuelle Unternehmensberatung, der Weiterbildung und der Verstärkung des regionalen Dynamismus.

 

Weitere Aktivitäten des S.I.CLER

Neben den wirtschaftlichen Aufgaben sind die Arbeitsgebiete des S.I.CLER heute sehr weit gefächert um die gesamte Entwicklung des Kanton Klerf voranzutreiben.

Kultureller Fortgang im Norden Luxemburgs besteht unter anderem durch die Musikschule des Kanton Klerf, welche durch das S.I.CLER finanziert wird. In Zusammenarbeit mit den Schulsyndikaten „Sispolo“ und „Schoulkauz“ wurde die Ugda mit der Organisation von Einzel- und Gruppenkursen in der Musikausbildung beauftragt. Die angebotenen Kurse für die 614 eingeschriebenen Schüler finden dezentral an mehreren Orten statt um mögliche Mobilitätsprobleme auszuschließen und laut der Überzeugung, dass es besser ist die Kompetenzen zu den Leuten zu bringen als die Leute zu den Kompetenzen.

Das S.I.CLER unterstützt die „Jugendtreff asbl“ aus Ulflingen, welche das regionale Jugendhaus des Kanton Klerf in Ulflingen betreibt, mit seinen Zweigstellen in Helzingen, während den Sommermonaten in Weiswampach und ab Ende des Jahres in Klerf.

 

Durch die Trägerschaft der LEADER Initiative will das S.I.CLER seit 1994 in Zusammenarbeit mit Gemeinden und Vereinen der Nordregion die Entwicklung des ländlichen Raums vorantreiben. So konnten unter LEADER II und LEADER + mehrere Projekte umgesetzt werden die der touristischen, wirtschaftlichen und kulturellen Entwicklung dienten.

Das Projekt "norTIC" steht für die Zusammenarbeit der Grundschulen des LEADER Gebietes im Bereich der neuen Informations- und Kommunikationstechnologien. Hier werden die Schulen und dessen Lehrpersonal sowohl auf pädagogischem wie auch auf technischem Wege unterstützt. Durch das nationale Programm der "Internetstuffen" wurde die Plattform TRIPTICON ins Leben gerufen, die in erste Linie Computerkurse, aber auch Sprachkurse anbietet.

Für die Entwicklung der Region von großer Bedeutung sind die Projekte GIS und RESONORD. Das Geographische Informationssystem (GIS) dient den Gemeinden und dem Naturpark Our als Basis für eine einheitliche und digitale Datenaufarbeitung. In einer zweiten Phase soll auch der Bürger das GIS interaktiv, z.B. für Wanderrouten nutzen können.

Die Sozialstudie RESONORD hat eine detaillierte Sozialdatenerhebung zum Ziel. Die Bevölkerung und die sozialen Einrichtungen wurden analysiert um eine regionale Sozialplanung erstellen zu können. Diese soll im Einklang mit der Neuorganisierung der „offices sociaux“ erfolgen. Des Weiteren plant man eine regionale Anlaufstelle zu schaffen die virtuell und vor Ort den betreffenden Personen Begleitung und Hilfestellung anbieten kann.

Seit 1997 bietet kann das S.I.CLER ebenfalls den Bürgern der Region die „europäischen“ Informationen aus erster Hand übermitteln. Das „Europe DIRECT“ in Munshausen, ein Informationsbüro der EU Kommission im ländlichen Raum, bietet Hilfestellung bei europäischen Fragen und informiert z.B. über sämtliche europäischen Förderprogramme. In diesem Zusammenhang wurde das Projekt „e-grade“ mit Partnern in der Großregion aufgebaut um Erfahrungen auszutauschen. Ein Netwerk aller Akteure des ländlichen Raums der Großregion ist Ziel dieser Zusammenarbeit.

 

Zukünftige Entwicklung

Die Aktualisierung der Statuten des S.I.CLER soll es erlauben neue Partnerschaften in der gesamten Nordregion zu schließen. In den Bereichen Landesplanung und Transportgestaltung greift das S.I.CLER aktiv und präventiv ein.

Die Zukunft wird einen weiteren Ausbau der Gewerbe- und Industriezonen mit sich bringen. Unter anderem aus diesem Grund ist das S.I.CLER in Gesprächen mit der Rettungsdienstdirektion um eine regionale Lösung für die Aufrechterhaltung der Rettungsdienste in der Nordregion zu gewährleisten. Die Verantwortung der Gemeinden wird wachsen, da die lokalen Feuerwehren und Zivilschutzzentren dem Schwund an Freiwilligen entgegenwirken müssen und das zu Verfügung stehende Material modernisiert werden muss. Durch eine vom S.I.CLER ausgehende Umstrukturierung, die Anschaffung des benötigten Materials und eine spezialisierte Ausbildung der Freiwilligen rüstet die Region sich auch hier für die Zukunft.

Lire sur le même sujet: